
Die letzte Handlese des Jahres 2026 fand zwischen goldenen Rieslaner-Rebstöcken statt. Bernhard hatte die Trauben mit handwerklicher Hingabe sorgfältig für eine edle Trockenbeerenauslese vorbereitet.
Die Trauben für dieses außergewöhnliche Prädikat bilden nach Kabinett, Spätlese und Beerenauslese die vierte und höchste Reifestufe. Sie verbleiben am längsten am Rebstock und entwickeln dort ihre besondere Konzentration und Aromatik.
Die Bedingungen im Herbst kamen den Trauben in diesem Jahr besonders zugute. Kühle Nächte sorgten für feuchten Morgennebel, der von milder und warmer Herbstluft abgelöst wurde. Dieses Wechselspiel begünstigte die Ausbreitung der gewünschten Edelfäule, die für die Entstehung hochwertiger Trockenbeerenauslesen eine entscheidende Rolle spielt. Anschließend ermöglichten sonnige und trockene Tage das weitere Eintrocknen der Beeren. Viele Trauben präsentierten sich schließlich nahezu rosinenartig – ein sichtbares Zeichen für die außergewöhnliche Konzentration.
Bei der aufwendigen Handlese wurden ausschließlich jene Beeren ausgewählt, die den gewünschten Reifegrad erreicht hatten. Die Ernte erfolgte daher mit besonders hoher Sorgfalt. Nur gesundes, edelfaules und stark eingetrocknetes Lesegut wurde für die Trockenbeerenauslese verwendet. Die geringen Erträge pro Rebstock werden durch eine einzigartige Qualität und eine enorme geschmackliche Dichte aufgewogen.




Die geernteten Beeren verfügen über einen extrem hohen natürlichen Zuckergehalt und bringen dadurch konzentrierte Aromen von reifen Früchten, Honig, Trockenfrüchten und häufig auch würzigen oder karamelligen Noten mit. Gleichzeitig sorgt die Edelfäule für zusätzliche Komplexität und Tiefe.
Um das Prädikat Trockenbeerenauslese zu erreichen, ist ein Mindestmostgewicht von 150 ° Oechsle erforderlich. Die von uns gelesenen Trauben ergaben nach den ersten Messungen einen Wert von 177 ° Oechsle.
Die Verarbeitung stellt Winzermeister Bernhard vor besondere Herausforderungen. Aufgrund des hohen Zuckergehalts verläuft die Gärung deutlich langsamer als bei weniger konzentrierten Weinen und kann mehrere Monate dauern. Mit Geduld und sorgfältiger Kellerarbeit entsteht daraus ein hocharomatischer, edelsüßer Wein mit außergewöhnlichem Reifepotenzial.
Trockenbeerenauslesen zählen zu den langlebigsten Weinen überhaupt. Unter optimalen Lagerbedingungen können sie sich über viele Jahrzehnte weiterentwickeln und oft mehr als 100 Jahre haltbar bleiben.
Die letzte Handlese bildet damit den krönenden Abschluss der Weinlese 2026 und lässt einen ganz besonderen Jahrgang erwarten.
